Visualisierung Fassade

Lageplan

Städtebau

Ansicht Nord

Fassade Büro

Bauherr: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Heidelberg
NUF: 3.600 m²
BGF: 8.400 m²
BRI: 40.300 m³
Planung und Ausführung: 2021-2026
VgV-Verfahren 2021

Funktionen: Physikalische, biologische und chemische Labore bis Sicherheitsstufe S2, Demolabor, Nano-D-Bereich, Büro- und Besprechungsräume

Der Neubau Engineering Molecular Systems EMS soll in drei Bauabschnitten im östlichen Teil des Neuenheimer Felds realisiert werden. Der gesamte Gebäudekomplex besteht aus drei kubischen Baukörpern, die zueinander versetzt angeordnet sind. Dadurch entsteht eine kleinteilige Gliederung der Baumasse mit differenzierten Freiflächen. Der 1. Bauabschnitt besteht aus einem fünfgeschossigen Baukörper mit einem zurückversetzten Technikgeschoss. Die weiteren Bauabschnitte schließen südlich an und werden über eine durchgehende Magistrale miteinander verbunden.
Der barrierefreie Eingang zum 1. Bauabschnitt liegt an der Nordseite, gegenüber den Gebäuden IMSE, CAM und EINC, die in funktionalem Bezug zum EMS stehen. Der Haupteingang zum Gebäudekomplex EMS liegt später am zentralen Eingangsplatz zwischen den drei Bauabschnitten. Der 1. Bauabschnitt verfügt über zwei Treppenräume und eine Aufzugsanlage, die alle Ebenen barrierefrei erschließt. Der 1. und 3. Bauabschnitt werden auf den Ebenen 99 und 98 an den östlich verlaufenden Infrastrukturkanal angebunden.

Die Grundrisse der Obergeschosse E01-E04 sind entsprechend der Nutzung in Labor-, Büro- und Kommunikationsbereiche gegliedert. Die Besprechungs- und Aufenthaltsräume sind an der künftigen Magistrale angeordnet, die Büros und die Schreibarbeitsplätze liegen überwiegend an der Ostseite. Dazwischen befinden sich, über einen Flur getrennt, die Laborflächen.
Als Besonderheit erfordert die Forschungseinrichtung EMS eine unmittelbare Nachbarschaft von chemischen, biologischen und physikalischen Laboren. Diese unterschiedlichen Labortypen sind über die vier Obergeschosse zu annähernd gleichen Teilen verteilt. Die physikalischen Labore sind nach Norden orientiert, die chemischen und biologischen Labore gegenüberliegend nach Süden. Die technische Erschließung der Laborräume erfolgt über seitlich angeordnete Schachtzonen und Technikräume.
Im Erdgeschoss befinden sich ein Demolabor mit großem Besprechungsraum und weitere Büroräume. In den Untergeschossen E99 und E98 sind Technikzentralen und Lagerräume angeordnet, auf dem Dach ist die Abluftzentrale vorgesehen.
Eine weitere Besonderheit des EMS sind die besonders hohen Anforderungen für schwingungsempfindliche Nutzungen. Dafür ist für einen Teilbereich der physikalischen Labore eine Erweiterung des Untergeschosses in Ebene 99 nach Westen vorgesehen, wo mit einer massiven Gründungsplatte die Schwingungsanforderung Nano-D erreicht werden kann.

Die nichttragenden Außenwände sind in Holzrahmenbauweise mit einer hinterlüfteten Holzverkleidung vorgesehen. Auskragende Balkone schützen die Holzfassade, bilden die horizontalen Brandsperren und dienen zur Wartung der Fassade und Fenster.
Unregelmäßig angeordnete, vorgehängte Kanthölzer bilden die äußere Gebäudehülle und sind zugleich Unterkonstruktionen für vertikale, semitransparente Photovoltaikmodule. Im Anschlussbereich für den 2. Bauabschnitt und an der Dachzentrale ersetzen vorgehängte, opake Photovoltaikmodule die Außenwandverkleidung. Alle Dachflächen werden begrünt und erhalten aufgeständerte Photovoltaikmodule.